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Schreibschwächen in der Muttersprache Deutsch

Einleitung

Das Schreiben ist eine nahezu unerlässliche Grundfertigkeit des Menschen. Schon in der Frühzeit begannen die Menschen, Symbole und Zeichen in Felsen, Steine und Tafeln zu ritzen, es ist ein Runen-Alphabet entstanden mit dem Menschen sich Informationen weitergegeben und erhalten haben. Die schriftliche Kommunikation war schon von jeher ein wichtiger Bestandteil der Menschheitsgeschichte.

Dennoch haben die meisten Menschen selbst in ihrer Muttersprache Schreibfehler oder zumindest Schreibunsicherheiten. Der Schreibstil hat sich in den letzten Jahrzehnten mit der Einführung des Internets, der Chats, der SMS und der E-Mail sehr gewandelt. Viele Menschen schreiben ihre Nachrichten kurz und stichwortartig, manche Menschen lassen sogar die höfliche Anrede des Empfängers weg. Mit diesen Veränderungen traten auch vermehrt orthografische Schwächen auf.

Manche Menschen benötigen das Schreiben unter anderem aus beruflichen Gründen, wie beispielsweise Autor/innen, Journalist/innen, Zeitschriften-Redakteur/innen, kommerzielle Blogger/innen, Übersetzer/innen, Lektor/innen und verwandte Berufe. Selbst diese Menschen kennen die eine oder andere Unsicherheit bei der Rechtschreibung und der Zeichensetzung. Auch ich kann mich von diesen Unsicherheiten leider nicht freisprechen.

Analphabetismus in Deutschland

Obwohl Deutschland ein sehr hoch entwickeltes Land ist, gibt es dennoch Menschen mit Deutsch als Muttersprache, die weder lesen noch schreiben können, also eine Schreibschwäche haben. Die Ursachen sind häufig familiär-beruflich bedingt (z. B. Kinder von Analphabeten, von Eltern bildungsferner Schichten, von reisenden Schausteller/innen oder von Zirkus-Künstler/innen).

Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise 300 000 Analphabet/innen. Zwei Millionen können nur einzelne Wörter lesen und schreiben und etwa fünf Millionen lesen und schreiben nur einzelne, kurze Sätze. Diese hohen Zahlen erstaunen viele Menschen, da man in einem so fortschrittlichen Land, wie der Bundesrepublik Deutschland nicht damit rechnet.

Seit ein paar Jahren gibt es vermehrt Werbekampagnen des ALFA-Telefons im Fernsehen, das ein offenes Ohr für Analphabet/innen hat. Sie möchten die Menschen dazu motivieren, richtig lesen und schreiben zu lernen.

Was ist Legasthenie?

Eine starke Einschränkung ihrer Schreibfähigkeit erleben auch Legastheniker/innen.

Die Legasthenie ist eine Lese- und Rechtschreibschwäche, bei der die Menschen Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen in die geschriebene Sprache haben und umgekehrt. Die Ursachen hierfür liegen in der genetischen Disposition, der auditiven und visuellen Verarbeitung von Wahrnehmungen, bei der Verarbeitung von Sprache und bei der phonologischen Bewusstheit.

Die Menschen, die als Legastheniker/innen gelten, besitzen jedoch keine Minderbegabung oder mangelnde Schulbildung. Diese Störung tritt unerwartet auf. Die Legasthenie sollte so früh wie möglich, am besten schon in der ersten und zweiten Klasse, behandelt werden. In späteren Jahren chronifiziert sie sich.

Lesen fördert die Rechtschreib- und Textformulierungskenntnisse

Es ist seit jeher bekannt, dass Menschen, die viel Bücher, Zeitschriften und heutzutage noch E-Books lesen, wesentlich bessere Rechtschreibkenntnisse besitzen und stilsicherer sind als Menschen, die wenig oder gar nicht lesen. Genauso wie die mündlichen Sprachkenntnisse durch das Fernsehen und Radiohören erheblich verbessert werden können, kann sich ein/e Schüler/in ihre Rechtschreibkenntnisse fördern, wenn er oder sie viel liest.

Kinder sollten schon sehr früh eine Beziehung zu Büchern aufbauen. Für die gesprochene Sprache sind Hörbücher sinnvoll. Mittlerweile gibt es in Deutschland die Onleihe, in der jede/r, die oder der einen Bibliotheksausweis besitzt, sich E-Books kostenlos ausleihen kann. Dort wird sicherlich jeder fündig.

Stilblüten der deutschen Sprache

Viele Menschen haben gerade beim Ausdruck und dem Stil Schwierigkeiten. Deshalb wimmelt es im Internet von Webseiten, die sich mit den Stilblüten der deutschen Sprache befassen. Diese Texte wurden von Menschen mit der Muttersprache Deutsch geschrieben und dennoch sind sie häufig beleidigend, diskriminierend, witzig oder sinnentstellend.

Besonders in Stresssituationen, wenn Menschen unter psychischem Druck stehen, passiert es Ihnen, dass Sie eine Stilblüte kreieren. Jeder Mensch hat bestimmte Denkmuster und neuronale Verknüpfungen im Gehirn. So geschah es, dass eine farbige Aktivistin unter anderem geschrieben hat “…Sie haben mich angeschwärzt und durch den Kakao gezogen…”, was angesichts ihrer Hautfarbe schon etwas lustig anmutet.

Im Amtsdeutsch finden sich zahlreiche Stilblüten der deutschen Sprache, die den Autoren in den Behörden wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen sind. Solche Stilblüten landen dann oft in den Sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram.

Es gibt natürlich auch Stilblüten, die eindeutig Menschen beleidigen oder diskriminieren. Hier sollten die Verantwortlichen jedoch schnell eingreifen und die Fehler korrigieren beziehungsweise sich dafür entschuldigen. Gerade in Behördenbriefen kann man solche Stilblüten des Öfteren entdecken.

Eine dieser Webseiten mit Stilblüten der deutschen Sprache ist folgende:

http://www.sprache-werner.info/Stilblueten.1851.html

 Wie Sie Ihre geschriebenen Texte überprüfen und Ihre Rechtschreibkenntnisse verbessern

Im Internet gibt es zahlreiche Tools mit denen Sie eine kostenlose Rechtschreibkontrolle durchführen können. Dies funktioniert jedoch nur für kurze Texte, da die meisten Tools eine teure Premium-Version für längere Texte haben.

Sie können mit Duden die Rechtschreibung Ihrer Texte überprüfen. Auch hier gibt es eine kostenlose Möglichkeit und ein Abo. Mit einer kostenlosen Registrierung können Sie die Zeichenzahl des Textes, den Sie überprüfen möchten von 800 auf 1 500 Zeichen erhöhen.

https://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online

Mit dem Orthografie-Trainer können Sie Ihre Rechtschreib- und Zeichensetzungskenntnisse sehr effektiv verbessern. Es ist ein sehr großes Lernportal. Die Übungen sind nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt.

https://orthografietrainer.net/uebung/uebungsauswahl.php

Fazit

Jeder Mensch kann durch gezieltes, regelmäßiges Training und Lesen in der Freizeit seine Orthografie-Kenntnisse verbessern. Die meisten Menschen haben Unsicherheiten, da die deutsche Sprache ihre Tücken hat. Besonders die Zeichensetzung bereitete vielen Menschen Probleme, genauso wie das Schreiben von selten verwendeten, schwierig zu schreibenden Wörtern, wie beispielsweise “Rhythmus” oder “Portemonnaie”. Manche Menschen schreiben dann lieber “Geldbörse”.

Selbst, wenn Deutschland ein hoch entwickeltes Land ist, gibt es Menschen, die starke Rechtschreibschwächen haben oder gar Analphabet/innen sind. Diesen Menschen sollten Sie mit Toleranz und Wohlwollen gegenübertreten. Manche Menschen neigen dazu, andere, die schlecht oder gar nicht schreiben können, persönlich anzugreifen. Sie werden als “Rechtschreibgegner” oder schlichtweg als “ungebildet” bezeichnet. Dabei kann eine schlechte Rechtschreibung auch auf der Schreibschwäche Legasthenie beruhen. Niemand hat das Recht, einen Menschen wegen seiner schlechten Rechtschreibung zu verachten und persönlich anzugreifen. Unterstützen Sie die Menschen bei ihrem Ziel, Lesen und Schreiben zu lernen.