Leseprobe: Eine kenianische Weihnachts-Kurzgeschichte

Eine kenianische Weihnachts-Kurzgeschichte

 

Eine Woche vor Weihnachten saßen Mutter Faraya und ihre fünf Kinder auf kleinen Hockern um den Tisch herum. Die zwei Mädchen hießen Dawa und Abla. Ihre Brüder trugen die Namen Bakari, Diwani und Dahoma. Sie lebten in einer einfachen Holzhütte mit einem Wellblechdach. Ihr Vater Jamali verdiente als Feldarbeiter nur 4 400 Kenia-Schillinge (1,00 Euro entspricht etwa 110,00 Kenia-Schillingen). Die Familie führte ein sehr christliches Leben und betete vor jeder Mahlzeit. Sie freuten sich alle sehr auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Die arme Familie fuhr an Weihnachten nicht zu ihren Verwandten in die Großstadt, da sie die dreimal so teuren Busfahrkarten um die Weihnachtszeit für sie zu teuer waren. Die reicheren Verwandten in dem weiter entfernten Nairobi weigerten sich, in der ärmlichen Hütte der Familie Weihnachten zu feiern.

In dem Haus der gläubigen Familie gab es weder Strom noch Wasser. Jedes Mal legten sie einen langen Weg zu einem Brunnen zurück, damit sie frisches Wasser erhielten. Das Wasser aus dem Supermarkt war für sie zu teuer. Eine Gallone Wasser kostete etwa 50,00 Kenia-Schillinge.

Die Mutter lächelte ihre fünf Kinder freundlich an und sprach: „Heute ist es soweit. Geht bitte auf den Kibuye Markt und kauft zwei Hühner für unser Weihnachtsessen.“

Fast ein Jahr lang sparte die Familie für die zwei Hühner. Ein mittelgroßes, lebendes Huhn kostete etwa 600,00 Kenia-Schillinge. In Afrika ist es üblich, eine Ziege zu Weihnachten zu schlachten. Die arme Familie brachte die etwa 4 000 Kenia-Schillinge für eine Ziege nicht auf…

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