Das Schwarzpfoten-Syndikat – Amüsante Geschichten aus der Katzenunterwelt

Syndikatschef Barney begrüßt euch

 

Angenehm! Mein Name ist Barney. Ich bin der Boss des Schwarzpfoten-Syndikats. Wir leben in einer leerstehenden Villa am Stadtrand. Wir, das ist eine achtköpfige Katzenbande, die die Straßen unsicher macht. Unsere Gang ist ständig auf der Jagd nach einem guten Bissen oder im Kampf gegen rivalisierende Banden. Wir haben fast alle ein graues oder ein schwarzes Fell. Deshalb heißen wir Schwarzpfoten-Syndikat. Nachfolgend stelle ich euch meine Leute vor:

Zuerst berichte ich euch von Luigi. Er kam vor einigen Jahren aus Palermo mit seinem Besitzer. Allerdings behandelte dieser Luigi schlecht, er lief weg und kam vor drei Jahren zu uns. Tony ist unser Pokerprofi. Er verlor nur selten ein Pokerspiel. Wir gehen öfters zu unserer Pokerrunde in Harvey‘s Pub um die Ecke.

Der Leiseste in unserer Katzengang ist Sneaker. Er ist der Einbruchsexperte und so lassen wir ihn immer vorgehen, wenn wir in ein Gebäude einsteigen. Er verhält sich völlig geräuschlos. Shorty ist der Jüngste von unserer Gruppe. Er ist noch etwas unerfahren, eignet sich jedoch bestens dafür, Schmiere zu stehen.

Taps ist unser liebenswerter Chaot. Er scheint immer ein bisschen zerstreut zu sein; dennoch ist er sehr zuverlässig. Dann gibt es noch unseren cleveren Casey. Er arbeitet unsere Diebeszüge und Kampfstrategien aus. Ich habe selten eine so intelligente Katze gesehen.

Zuletzt möchte ich euch den einäugigen Bruce vorstellen. Bei einem Kampf mit einer Katzengang verlor er vor fünf Jahren sein linkes Auge. Nun kennt ihr das gesamte Syndikat. Unsere amüsanten und spannenden Erlebnisse erzähle ich euch in diesem E-Book.

 

 

Der Einbruch in die Wurstfabrik

 

An einem düsteren Novembertag saß unsere gesamte Gang in unserer Villa am Stadtrand. Der einäugige Bruce zog genüsslich an seiner Zigarre und blies zwei Sekunden später den Rauch aus. Wir dachten angestrengt nach; denn unsere Lebensmittel reichten nicht mehr.

Wir brauchten eine Idee. Den Supermarkt um die Ecke mit der großen Wursttheke gab es nicht mehr. Sein Besitzer schloss ihn eines Abends ab und verschwand mit dem Kassenbestand an einen unbekannten Ort. Früher wühlten wir in den Supermarktmülltonnen und holten dort viele leckere Bissen heraus. Manchmal fanden wir dort sogar ein leckeres gebratenes Hühnchen.

Stille herrschte. Caseys Blick fiel auf eine vier Tage alte Zeitung, die auf dem Tisch lag. In einem unbeobachteten Moment klauten wir die Zeitung bei dem unfreundlichen Zeitungsmann, der jeden Tag an der gleichen Ecke stand. Plötzlich entdeckte der clevere Casey eine Anzeige mit dem Titel:

 

Neueröffnung

Wurstfabrik Anderson

 

Casey schaute mit großen Augen auf die Anzeige, las ein Stück weiter und rief: „Leute, hört einmal zu! Vor drei Tagen hat gar nicht weit von hier eine Wurstfabrik eröffnet. Das wäre unsere Rettung. Am besten schauen wir uns das Gebäude und die Gegend einmal an.“

Unsere Gesichter erhellten sich.

‚Endlich gibt es wieder eine gute Mahlzeit! ‘, schoss es uns durch den Kopf.

Die Wurstfabrik lag in einem anderen Stadtteil.

Der risikofreudige Pokerspieler Tony schlug vor: „Lasst uns doch heute Abend gleich losgehen. Je früher wir etwas zu essen bekommen, desto besser. Wenn wir es schaffen, in das Gebäude zu gelangen, dann haben wir morgen schon einen gedeckten Tisch.“

„Ja, das ist eine gute Idee“, antwortete Sneaker.

In dem Stadtteil, in dem die Wurstfabrik stand, kannten wir uns zwar nicht so gut aus, aber das änderte sich bald.

Wir machten uns auf den Weg zu der Fabrik. Der Novemberwind fegte durch die Gassen und graue Wolken standen am Himmel. Wir beeilten uns, denn es sah nach Regen aus.

Unser achtköpfiges Syndikat ging durch die kalten Straßen. Ein paar Mülltonnen am Wegesrand quellten von dem vielen Müll über. Jedoch fanden wir nichts Essbares darin.

Als wir eine halbe Stunde hungrig durch die Straßen geschlichen waren, hörten wir Geräusche. Sie kamen von einem Hinterhof. Unsere Gang befand sich bereits in dem anderen Stadtteil.

Plötzlich rief jemand:…

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